Das IoT Ecosystem
Wie bereits die IEEE Standards Association bemerkt, ist das IoT Ecosystem ein komplexes Gebilde: „The IoT ecosystem is hard to define, complex, and difficult to capture due to the vastness of possibility and the rapidity with which it is expanding.“ Internet of Things (IoT) Ecosystem Study. Es bezieht sich auf die Einbettung physischerObjekte in ein Umfeld, in dem verschiedene Dienstleistungen, Komponenten und Märkte miteinander interagieren. Da diese Beschreibung noch immer komplex anmuten mag, schafft die folgende Illustration Abhilfe und zeigt die exemplarische Gliederung des IoT Ecosystems auf.
Das IoT Ecosystem besteht gemäss der Abbildung aus folgenden Hauptbereichen:
- Akteure (Players/Horizontals)
Kommerzielle Players in der „on- und offline“ Welt, Regierung und Versorgung, Forschung und Entwicklung, usw.
- Marktsegmente (Verticals)
eHealth, Smart Transportation, Smart City, Smart Building (z.B. Aufzüge) Energie / Smart Grid, usw.
- IoT Bausteine/Komponenten (Hard- und Software)
Sensoren, Aktuatoren, Smart Devices, Mikroprozessoren, usw.
- IoT Service Anbieter
Konnektivität\- und Geräte-Management Plattformen, Daten Management Plattformen, Sicherheitsmanagement Plattformen, usw.
- IoT Anwendungsgebiete
Einsatzbereiche wie in SmartHome, Industrie (4.0), Retail, usw.
Die Gliederung ist in einzelnen Bereichen, wie z.B. im Bereich der Sicherheit oder Analytics, sicher nicht abschliessend, da mit der zunehmenden Verbreitung von IoT weitere Verästelungen zu erwarten sind. Vielleicht habe ich ja etwas vergessen und du kannst mir unten im Kommentarbereich weitere Inputs geben 😉🙏
Auch wenn im Zusammenhang mit Ecosystems die Darstellungsvariante mit Marken geläufiger ist, bevorzuge ich die neutrale Darstellungsform,wie sie oben illustriert ist. So kann vermieden werden, die Übersicht ständig mit neuen Marken aktualisieren zu müssen (etwas für die Minimalisten unter uns). Der Vollständigkeit halber ist unten die IoT Marken-Landschaft aufgeführt.
Noch aktueller und ebenfalls von Matt Turck ist die Darstellung aus dem Jahr 2018:
Die IoT Wertschöpfungskette
In Anlehnung an das Ecosystem habe ich versucht, die IoT Wertschöpfungskette entsprechend darzustellen. Zwar sind die einzelnen Segmente als getrennte Bereiche dargestellt, jedoch lässt sich diese strikte Trennung nicht in effektiven Tätigkeitsbereichen von Unternehmen widerspiegeln. Gemeint ist, dass manchne manche Unternehmen lediglich einen vereinzelten Bereich dominieren, wohingegen andere das Feld bereichsübergreifend beherrschen. Während sich z.B. ein Hersteller von Sensoren auf nur diesen Bereich spezialisiert, ist ein z.B. der MVNO Digital Republic Service Enabler und System Integrator zugleich und agiert somit in mehreren Bereichen.
- Module
Bei den Modulen handelt es sich um die Bestandteile von intelligenten Produkten wie zum Beispiel Sensoren, Aktuatoren, Mikroprozessoren, Kommunikationseinheiten, usw. Unternehmen wie Sierra Wireless, Huawei, Gemalto, Microtronics, Arduino, Sensirion dominieren diesen Markt.
- Intelligente Produkte
Intelligente Produkte wie Parksensoren, intelligente Fahrradschlösser oder Smart Meter (intelligente Stromzähler) bestehen aus Modulen und erfüllen eine bestimmte oder mehrere Aufgabe(n) erfüllen. Die vernetzten Objekte werden in Segmenten wie Smart City, Energie, Konsumgüter, eHealth usw. eingesetzt und umfassen ein weites Anwendungsspektrum.
- Netzbetreiber
Die Schweizer Netzbetreiber wie zum Beispiel Sunrise, Swisscom, Salt oder aufstrebende, virtuelle Netzbetreiber wie Digital Republic AG ermöglichen die Kommunikation von vernetzten Objekten. In Infrastrukturen, wie zum Beispiel in Gebäuden, erfolgt die Kommunikation der Objekte via Kabel, WiFi, Zigbee, Z-Wave. Während Objekte, die eine mobile Anwendung haben, kommunizieren hingegen über LPN, GPRS, HSPA, 3G, 4G LTE, was den ein Einsatz von Daten-SIM-Karten voraussetzt.
- Service Enabler
Der Service Enabler stellt Plattformen zur Verfügung, welche das Management der Konnektivität ermöglichen (z.B. SIM-Karten Management in Objekten). Dies ist oft ein Schlüsselfaktor, da beim Vertrieb einer grossen Anzahl von intelligenten Produkten sind manuelle Prozesse aus Kostengründen nicht mehr zumutbar sind. Auf solchen Plattformen werden sehr oft auch Abrechnungen zwischen B2B oder auch B2B2C ermöglicht, falls der Dienstanbieter (siehe unten) diese nicht anbieten kann. Die Abrechnungen können auf Datenvolumenbasis oder eben unlimitiert wie bei Digital Republic AG erfolben.
- System Integrator
Die Verwaltung der vernetzten Objekte (Firm-Ware Management, usw.) und auch die Verfügbarkeit von notwendigen API’s für Drittapplikationen, die eine Integration in Anwendungen ermöglichen, werden von Systemintegratoren in Form von Cloud-Plattformen zur Verfügung gestellt. Hier werden typischerweise Integrationen in ERP Systeme, in Business Intelligence, Big Data Analytics und Workflow Anwendungen sowie auch in Fremdapplikationen für erweiterte Services bereitgestellt.
- Dienstanbieter
Der Dienstanbieter bündelt die Lösungen, legt die Tarife für den Endkunden bzw. für den Wiederverkäufer fest, rechnet diese ab und bietet Unterstützung für die Kunden an. Der Dienstanbieter verbindet alle Bereiche zusammen (Hardware, Konnektivität und Plattform) zu einer ganzheitlichen Lösung für den Geschäfts- oder Privatkunden.
- Wiederverkäufer
Der Wiederverkäufer vermarktet sowohl die vernetzten IoT Objekte als auch die zugehörigen Dienstleistungen. Oft agiert auch der Hersteller oder der Netzbetreiber als Vermarkter von IoT Objekten ohne einen Zwischenhändler für den Vertrieb in Anspruch zu nehmen.
Fazit
IoT ist eine komplexe Domäne, die sich in einem Ökosystem verschiedenster Player und Wechselwirkungen abspielt. Die Entwicklungen sind hier keinesfalls abgeschlossen, sondern werden Unternehmen auch in Zukunft zum Überdenken bestehender Geschäftsmodelle anstossen. Um die Potentiale des Internets der Dinge vollends ausschöpfen zu können, scheint ein Revidieren bestehender operativer Prozesse und strategischer Arbeit sinnvoll.
Eine wesentliche Schlussfolgerung aus meiner Sicht ist hierbei, dass Unternehmen das Konzept der Bildung von Ecosystems stärker in ihrer Unternehmensstrategie verankern sollten. Die offene und enge Zusammenarbeit mit verschiedensten Geschäftspartnern ermöglicht es, wertvolle Inputs für die stetige Verbesserung und Erweiterung des Wertangebotes zu erhalten. Dies sollte mit dem Ziel geschehen, für die Nutzer ein unverwechselbares Erlebnis in Verbindung mit der Marke zu kreieren.







